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CDU Positionen

Qualität statt Quote: Was unsere Kinder wirklich brauchen.


Eine gute Kinderbetreuung und frühe Förderung für alle Kinder gehören zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben in Rheinland-Pfalz. Damit künftige Eltern ihren Wunsch nach Kindern auch verwirklichen können, sind bedarfsgerechte Betreuungsangebote zu gewährleisten, die es ermöglichen, jedem Kind die bestmögliche Förderung zukommen zu lassen und stets das Kindeswohl im Blick hat. Dabei spielt die Kindertagespflege als besonders flexible und familiennahe Betreuungsform eine zentrale Rolle.

Die Hauptlast beim Ausbau der Betreuungsangebote haben die Kommunen und freien Träger geschultert. Dafür gebührt ihnen große Anerkennung. Die rot-grüne Landesregierung hat sich im Gegensatz zur kaum am Ausbau der frühkindlichen Betreuung beteiligt.

Die CDU Rheinland-Pfalz setzt sich ein für optimale Bedingungen für unsere Kinder in den Kindertagesstätten. Wir nehmen deshalb die Rückmeldungen von Kommunen und Eltern, Kindern, Betreuern und Erziehern ernst, die sich mit dem Wunsch nach mehr Qualität in rheinland-pfälzischen Betreuungseinrichtungen an uns gewandt haben.

Kindertagesstätten können die Eltern nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen. Denn die weit überwiegende Mehrheit der Eltern leistet eine hervorragende Erziehungsarbeit und bietet ihren Kindern sehr gute Startchancen ins Leben. 

Es bedarf zusätzlicher struktureller Veränderungen, um die Qualität in den Kindertagesstätten zu verbessern.

10-Punkte Plan „Qualität statt Quote“ zur Verbesserung der Kinderbetreuung.

1.         Das Ziel der Qualität der Kinderbetreuung muss wieder in den Vordergrund des politischen Handelns gerückt werden. Die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen sind für die Kommunen und freien Trägerneu neu zu ordnen und verlässlich zu gestalten.

2.         Ein Kita-Gipfel Rheinland-Pfalz sollte eine aktuelle Bestandsaufnahme der Qualität der Kinderbetreuung leisten als auch eine Debatte um verbindliche Qualitäts-standards beginnen.

3.         Das Land muss gemeinsam mit den Trägern, Erziehern und Eltern Handlungsfelder für qualitative Verbesserungen definieren, um die Betreuungsangebote altersgerecht zu optimieren und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

4.         Mit der Verabschiedung grundlegender Verbesserung soll zeitgleich ein Zeitplan zur Realisierung der Qualitätsmaßnahmen erarbeitet und verabschiedet werden.

5.         Inhaltliche Fortbildungen für die Erzieherinnen müssen nicht nur weiterhin ermöglicht, sondern mit Blick auf künftige Herausforderungen weiterentwickelt werden.

6.         Einführung eines verbindlichen Sprachtests im vierten Lebensjahr, die über die Teilnahme an der Sprachförderung entscheidet. Die Sprachförderung muss neu strukturiert werden.

7.         Umgestaltung des letzten Kindergartenjahres zu einem „Vorschuljahr“ mit verbindlichen inhaltlichen Vorgaben und einer engeren Kooperation mit den Grundschulen, damit jedes Kindergartenkind in Rheinland-Pfalz die gleichen Startchancen hat. Das letzte Kindergartenjahr bleibt als „Vorschuljahr“ für alle beitragsfrei.

8.         Effektive Bekämpfung des Erzieherinnenmangels durch eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Erzieherinnenausbildung in eine vergütete, duale Berufsausbildung, eine Stärkung des Seiteneinsteigerprogramms der katholischen Erwachsenenbildung sowie der Leitungsfreistellung und eine bedarfsgerechte Entkopplung von Erziehungsarbeit und Verwaltung.

9.         Aktive Öffnung der Kindertagesstätten für andere pädagogische, therapeutische und psychologische Berufsfelder durch das Land.

10.       Stärkere Einbindung der Eltern in die Abläufe der Kindertagesstätten, damit die Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Kindertagesstätte weiter verbessert wird.

„Nicht schön reden, sondern besser machen“ ist das Gebot der Stunde. Eine bessere Qualität der Betreuung unserer Kinder in Krippen und Kindergärten ist machbar!

 

Zur Begründung:

Der Ausbau der Kindertagesstätten wurde in den vergangenen Jahren vor Ort massiv ausgebaut, damit Beruf und Familie besser vereinbart und der Wunsch, Eltern zu werden, entsprochen werden kann. Das ausreichende Angebot von genügend Kita-Plätzen ist ein entscheidender Standortvorteil. Die Hauptlast haben die Kommunen und freien Träger zu tragen, da sich die rot-grüne Landesregierung im Gegensatz zur Bundesregierung kaum am Ausbau der frühkindlichen Betreuung beteiligt.

Mit der zunehmenden Inanspruchnahme der Kindertagesstätte durch junge Kleinkinder wächst die Fürsorgepflicht der Kindertagesstätten in besonderer Weise. In diesem Alter sind die Kinder auf die Fürsorge der Erzieherinnen angewiesen. Sie sind im Gegensatz zu Kindern ab drei Jahren kaum in der Lage, ihre Bedürfnisse adäquat zu artikulieren oder sie selbst zu befriedigen. Psychisch-emotional sind sie besonders empfindsam. Dabei bilden sich gerade in den ersten Jahren das Grundvertrauen und die Möglichkeit der gezielten zwischen-menschlichen Interaktion heraus.

Parallel müssen die Träger und die Erzieherinnen in die Lage versetzt werden, dem gestiegenen Bildungsanspruch an die Kindertagesstätten gerecht zu werden. Nicht nur die Quantität der Betreuungsplätze sollte im Fokus stehen, sondern die Qualität der Plätze. Die aktuellen Rahmenbedingungen stehen dem jedoch entgegen:

  •           Der Länderreport frühkindlicher Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung stellt fest, dass  „die große Mehrzahl der unter Dreijährigen in Rheinland-Pfalz schon heute alles andere als optimale Bedingungen [findet]“.  Da die Landesregierung einseitig auf Kindergartengruppen statt Krippengruppen setzt, ist in Rheinland-Pfalz die Erzieher-Kind-Relation für unter dreijährige Kinder alles andere als zufriedenstellend.
  • Erzieherinnen und Verbände klagen über eine hohe Personalfluktuation, einen signifikanten Mangel an Erzieherinnen und zu große Gruppen. Die Folge sind Gruppenzusammenlegungen, weniger Zeit für das einzelne Kind, häufige räumliche Veränderungen und wechselnde Bezugspersonen. Zudem werden die Erzieherinnen durch diese Belastungen in ihrer erzieherischen Arbeit gehindert. Projekte und Ausflüge können nicht mehr angeboten werden, spontan notwendige Gespräche und Einzelbetreuungen werden immer schwieriger.
  • Die Kürzung der Sprachfördermittel durch die rot-grüne Landesregierung weist in die falsche Richtung. Auch das rot-grüne Sprachförderkonzept in Rheinland-Pfalz insgesamt ist gescheitert. Der Abschlussbericht der fünfjährigen Evaluation der Sprachförderung kommt zu einem vernichtenden Urteil:
 „ Die Anregungsqualität in der Sprachförderung ist sehr niedrig: Es gibt kaum Aktivitäten zur      Unterstützung komplexer Denkprozesse der Kinder […] und die Unterstützung der Sprachfähigkeit der Kinder ist niedrig. […] Die Sprachbezogene Prozessqualität [ist] in allen untersuchten Bereichen […] als mittelmäßig einzustufen.“ („Was wirkt wie? - Evaluation von Sprachfördermaßnahmen“ 2013)

Ursache hierfür ist nicht mangelndes Engagement der Erzieherinnen, sondern eine unzureichende Vorbereitung und eine fehlende Unterstützung von fachlich ausgebildeten Sprachlehrern.
  • Der jüngste Bewilligungsstopp der rot-grünen Landesregierung für Erzieherinnenfortbildungen sendet zudem das falsche Signal an die Fachkräfte vor Ort. Inhaltliche Fortbildungen sind angesichts der gestiegenen Anforderungen an die Kindertagesstätten grundnotwendig und ein Gebot der Fairness gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
  • Das immer wieder geäußerte Misstrauen der rot-grünen Landesregierung gegenüber der Erziehungskompetenz der Eltern entzieht einer Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Kindertagesstätte die Grundlage. Die Kindertagesstätte kann die Leistung der Eltern niemals ersetzen, sondern bloß ergänzen.

Die Landesregierung darf die großen Herausforderungen mit Blick auf die Qualität nicht länger ignorieren und schön reden.

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